Zweckverband
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Zweckverband zur Abwasserbeseitiung in den Simsseegemeinden
       Zweckverband zur Abwasserbeseitiung in den Simsseegemeinden

Neue Methode im Maisanbau leistet Beitrag zum Simsseeschutz


AZV und Landwirte engagieren sich gemeinsam für Gewässerschutz

Das Simssee-Einzugsgebiet ist nicht nur ein wertvolles Naherholungsgebiet, sondern auch eine Agrarregion, in der auf den Äckern für die Milchviehfütterung viel Mais angebaut wird. Um damit einhergehende Nährstoffeinträge in den Simssee zu reduzieren und so die Wasserqualität zu bewahren, arbeitet der Abwasserzweckverband Simssee (AZV) eng mit den lokalen Landwirten zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation fand am 10. April 2014 eine Feldbegehung in Bad Endorf statt, bei der die Vorteile von Untersaaten im Mais für den Gewässer-, Erosions- und Bodenschutz demonstriert wurden.

Untersaaten wie Weidelgras bleiben nach der Maisernte auf dem Feld und schützen es über den Winter vor Erosion.

Seit 2003 testen Landwirte im Einzugsgebiet des AZV unter fachlicher Begleitung des Freisinger Beratungsbüros Ecozept verschiedene Methoden, um Belastungen für den Simssee durch Maisanbau zu reduzieren. Dabei haben sich Versuche mit Weidelgras-Untersaaten in der Praxis bewährt. Denn zum einen sind die robusten Pflanzen in der Lage, überschüssiges Phosphat zu binden und in Pflanzenmasse zu verwandeln. Zum anderen tragen sie – gerade in den Hanglagen rund um den See – zur Minderung des Bodenabtrages bei, der sonst ins Wasser gelangen würde. Untersaaten können beim Anbau von Mais auf Mais zum Teil die Wirkung von Zwischenfrüchten bezüglich Nährstoffbindung und Erosionsminderung erfüllen. Das Weidelgras wird meist im Juni ausgebracht, wenn der Mais eine Höhe von 50 bis 70 Zentimetern erreicht hat. In seinem Schatten bildet es zunächst nur dünne Blätter und Halme, hat unterirdisch aber bereits eine starke Durchwurzelung erreicht. Dadurch speichert es Phosphat, erhöht die Trag-fähigkeit des Bodens bei der Ernte und bedeckt ihn über den Winter. Je nach Wachstum kann evt. im Frühjahr sogar noch eine Schnittnutzung erfolgen.

 

Durchwurzelung des Bodens durch Weidelgras

Untersaat sorgt für fruchtbare und lebendige Böden

Vor der Maisaussaat im nächsten Frühjahr wird das Weidelgras umgebrochen. Neben der Nährstoffbindung und der Verbesserung der Bodenstruktur trägt es in engen Silomaisfruchtfolgen zum Ausgleich der Humusbilanz bei. Denn Silomais (ohne organische Düngung wie Gülle) sorgt pro Jahr und Hektar für ein Defizit von 500 bis 600 Kilogramm Kohlenstoff, der zur Neubildung der fruchtbaren Bodenschichten benötigt wird. Wird organisch gedüngt sinkt der Wert auf ein Defizit von ca. 300 kg Kohlenstoff/ha, die restliche Menge können gut entwickelte Weidelgras-Untersaaten beisteuern. „Auch wenn Mais als selbstverträglich gilt, erzielt man mit zwei- oder dreigliedrigen Fruchtfolgen die besten Erträge und beugt dem Befall durch den Maiswurzelbohrer vor“, erklärt Ecozept Beraterin Edeltraud Wissinger. „Gibt es zur Monokultur aber kaum Alternativen, können die Nachteile durch Weidelgras-Untersaaten deutlich gemindert werden.“

Für die 22 Landwirte (darunter auch Interessierte aus dem Einzugsgebiet des Pelhamer Sees) und AZV Vertreter, die sich am 10. April 2014 trotz strömendem Regen auf dem Bad Endorfer Versuchsfeld eingefunden haben, hat die Begehung eine Fülle von neuen Erkenntnissen zum Maisanbau gebracht. Besonders interessiert wurde dabei auch die Tatsache aufgenommen, dass sich die Untersaat selbst ohne Fördergelder rechnet. Denn die Düngereinsparungen durch geringere Auswaschungsverluste sind höher als die Kosten für Saatgut und Ausbringung. Im Juni ist ein nächstes Treffen vereinbart, um die Praxis der Aussaat an Ort und Stelle kennen zu lernen.

AZV Simssee
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